Am 22. und 23. Oktober 2026 unternahm der gesamte Jahrgang Q3 des Gustav-Stresemann-Gymnasiums die obligatorische interdisziplinäre UNESCO-Studienfahrt nach Weimar. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von den Geschichtslehrkräften Frau Meinzolt, Herrn Arrigo, Herrn Beck und Herrn Dr. Salzig, der auch die Gesamtorganisation übernommen hatte. Das Seminar unter dem Titel „Weimar zwischen Klassik und NS-Terror“ wurde in Kooperation mit der Jakob-Kaiser-Stiftung e.V. durchgeführt.
Weimar steht für vieles zugleich: Es ist die Stadt Goethes und Schillers, der Gründungsort der ersten deutschen Demokratie und zugleich untrennbar mit der Geschichte des Nationalsozialismus verbunden. Genau dieser Ambivalenz gingen die Schülerinnen und Schüler auf der Fahrt nach.
Tag 1: Auf den Spuren von Geist, Macht und Ideologie
Früh am Morgen startete der Bus am Gustav-Stresemann-Gymnasium. Nach der Ankunft in Weimar teilte sich der Jahrgang in drei Gruppen auf. Zwei Gruppen erkundeten die Stadt bei einem historisch-politischen Rundgang von der Weimarer Republik bis zum Nationalsozialismus, geführt von Christian Molitor und Stina Ulbrich, beide freie Mitarbeiter der Gedenkstätte Buchenwald. Die dritte Gruppe unter der Leitung von Stefan Winzer, Historiker und Leiter der Gedenkstätte Gardelegen, widmete sich in einem Rundgang mit dem Besucherdienst der Klassik Stiftung Weimar dem Spannungsfeld zwischen dem Humanismus der Weimarer Klassik und der menschenverachtenden Herrschaft der Nationalsozialisten. Anschließend besuchte sie im Rahmen einer kommentierten Führung das Schiller-Haus.
In einer gemeinsamen Runde blickten die Gruppen auf den Tag zurück, reflektierten das Gesehene und bereiteten sich auf den Besuch der Gedenkstätte Buchenwald vor.
Tag 2: Gedenkstätte Buchenwald
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Nach einem Einführungsfilm erkundeten die Gruppen bei Führungen das Gelände und setzten sich mit dem Schicksal der Opfer des nationalsozialistischen Terrors auseinander. Am Nachmittag bestand die Möglichkeit, die Gedenkstätte individuell zu erkunden, etwa in der Dauerausstellung „Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945“. In Nachbereitungsgesprächen tauschten sich die Schülerinnen und Schüler anschließend über ihre Eindrücke aus. Am späten Nachmittag trat die Gruppe die Rückreise nach Bad Wildungen an.

Die Fahrt machte eindrücklich deutlich, wie wertvoll und zugleich verletzlich unsere Demokratie ist. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit an den Orten des Geschehens zeigte den Schülerinnen und Schülern, dass Menschenwürde, Grundrechte, freie Presse und unabhängige Justiz keine Selbstverständlichkeit sind, sondern dass wir alle gefordert sind, sie zu erhalten und zu gestalten.
Text und Fotos: Dr. Johannes Salzig
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