Vor den Ferien verwandelte sich die Aula des Gustav-Stresemann-Gymnasiums in eine Welt voller Fantasie und Magie: Vor allen fünften Klassen fand dort die Preisverleihung des diesjährigen Märchenwettbewerbs statt.
Zu Beginn der Veranstaltung traten die Vertreterinnen und Vertreter der Jury mit den Schülerinnen und Schülern in einen Austausch darüber, was ein gelungenes Märchen ausmacht. Anschließend berichtete die Jury – bestehend aus Frau Beck, Frau Skrzypietz und Herrn Heise – von ihrer Arbeit. Der Entscheidungsprozess fiel für die Juroren günstigerweise in die kalte Jahreszeit, in der man es sich zu Hause beim Märchenlesen mit einem warmen Tee und süßem Gebäck gemütlich machen konnte. Frau Skrzypietz berichtete davon, dass sie bei ihren Kindern beim Zubettgehen die Tauglichkeit der Märchen getestet habe. Den Zauber der Märchen nahm Frau Beck auf, als sie die Kriterien bei der Auswahl der Gewinnermärchen erläuterte, darunter typische Merkmale wie spannende Handlungen, märchenhafte Figuren, Gegensätze zwischen Gut und Böse sowie eine anschauliche, fantasievolle Sprache. Sie schilderte, wie schwierig es gewesen sei, aus den zahlreichen kreativen und ideenreichen Texten eine Auswahl zu treffen. Viele Beiträge hätten durch Einfallsreichtum, Spannung und sprachliche Gestaltung überzeugt. Um das Gewinnermärchen zu präsentierten, forderte sie die Schüler und Schülerinnen schließlich zu einem Quiz auf. Nun wurde es spannend: Anhand der Stück für Stück bekanntgegebenen Märchenkriterien des Gewinnermärchens konnten die Schülerinnen und Schüler selbst erraten, ob es sich dabei vielleicht um das eigene handeln könnte. Eine märchentypische Anfangs- und Endformel hatten tatsächlich alle Märchen, die in die nähere Auswahl gekommen sind. Auch magische Wesen und sprechende Tiere konnten in den meisten Märchen gefunden werden. Als jedoch bekannt gegeben wurde, dass die Heldin des Siegermärchens drei schwierige Aufgaben erfüllen musste, war vielen Schülerinnen und Schülern klar, wer den diesjährigen Märchenwettbewerb gewonnen haben muss…
Höhepunkt der Veranstaltung war schließlich die Siegerehrung: Den dritten Platz belegte Nora Broetsch (5c) mit „Rose und ihre Wunder“. Jonas Breuer (5a) erreichte mit „Die ungleichen Brüder“ den zweiten Platz. Über den ersten Platz durfte sich Jana Dargel (5b) mit ihrem Märchen „Lisa und das Glück“ freuen. Besonders erfreulich war, dass alle drei fünften Klassen mit einem Siegerbeitrag vertreten waren.
Den feierlichen Abschluss bildete die Lesung des Siegermärchens, das das Publikum noch einmal in eine zauberhafte Welt entführte und für großen Applaus sorgte.
Ein herzlicher Dank gilt der Jury der Fachschaft Deutsch sowie den Deutschlehrerinnen Frau Ackermann, Frau Jericho und Frau Rieser für die Vorauswahl der Texte. Ebenso wird dem Förderverein gedankt, der die Büchergutscheine für die Gewinnerinnen und Gewinner bereitstellte. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie viel Kreativität und Erzähltalent in den jungen Schülerinnen und Schülern steckt.
Text: Tamara Beck und Nadine Skrzypietz
Foto: Julia Kirsch
Lisa und das Glück
Es war einmal vor langer Zeit ein junges Mädchen. Es hieß Lisa. Lisa hatte zwei jüngere Geschwister. Ihre Mutter Belle war sehr krank und ihr Vater war schon vor langer Zeit gestorben.
Es verging ein langes und schreckliches Jahr, wo es Lisas Mutter immer schlechter ging. Eines Tages sagte Lisas Nachbar zu ihr: ,,Du musst zu dieser alten Frau gehen. Ihr Geschäft ist in einer kleinen Gasse. Aber sie verlangt für dir Behandlung spezielle Sachen.“ ,,Vielen Dank für den Tipp“, bedankte sich Lisa, „ich werde gleich morgen auf den Markt gehen!“ Am nächsten Morgen ging Lisa auf den Markt und hielt nach dem Geschäft Ausschau. Schließlich fand Lisa es und ging hinein. Eine kleine Frau mit einem Buckel empfing sie. „Was brauchst du?“, fragte die Alte. „Meine Mutter liegt krank zu Hause im Bett“, antwortete Lisa. „Sie wird immer schwächer. Die anderen Dorfbewohner haben gesagt, sie könnten meiner Mutter vielleicht helfen.“ „Warum sollte ich euch helfen?“ fragte die Alte. „Sie sind unsere letzte Hoffnung! Ich tue alles, was sie dafür verlangen!“, rief Lisa verzweifelt. Die alte Frau überlegte kurz, dann sagte sie zu Lisa: „Wenn du mir den Kristall des Lichtes, die Blume der ewigen Jugend und ein Fläschchen Wasser aus der Quelle des Glücks bringst, werde ich deiner Mutter helfen. Du musst aber wissen, dass alle diese Dinge im verbotenen Zauberwald zu finden sind. Dein Weg wird also voller Gefahren sein. Willst du die Reise wirklich wagen?“ „Ja, wenn das die einzige Möglichkeit ist, meiner Mutter zu helfen,“ sagte Lisa entschlossen, „werde ich es tun.“ „Gut, dann mach dich morgen bei Sonnenaufgang auf den Weg.“
Am nächsten Morgen ging Lisa in aller Frühe los. Sie hatte vor Aufregung die ganze Nacht wach gelegen. Nach dem Frühstück verabschiedete sie sich und ging mit ihrem Rucksack, den sie am Abend vorher gepackt hatte, los in Richtung Zauberwald. Nach ein paar Tagen erreichte sie ihn. Lisa ging hinein und blieb schlagartig stehen. Vor ihr war eine Wolfsfalle. Lisa guckte hinein und sah eine Wildkatze. Sie holte schnell einen heruntergefallenen Ast und steckte den Ast in die Falle. Die Katze kletterte hastig den Ast hinauf. Lisa streckte die Hand zu der Katze aus und streichelte sie kurz. Die Katze schnurrte, dann rannte sie schnell davon. Lisa ging weiter. Es war Nacht, als Lisa an eine Lichtung kam. Auf der Lichtung schimmerte es. Es waren viele kleine und große Sterne. Als Lisa näherkam, drehten sich alle Sterne zu ihr um. „Wer bist du? Und was willst du hier?“, fragte der größte Stern. „Ich bin Lisa und ich bin auf der Suche nach dem Kristall des Lichtes, nach der Blume der ewigen Jugend und nach der Quelle des Glücks“, antwortete Lisa. „Du bist reinen Herzens“, sprach der große Stern, „das spüre ich. Deswegen sollst du den Kristall des Lichtes bekommen.“ Der Stern ging auf sie zu und überreichte ihr den Kristall. Lisa bedankte sich fröhlich bei den Sternen. Aber schließlich ging sie weiter. Nach einer ganzen Weile kam sie wieder zu einer Lichtung, auf der eine wunderschöne Blume in der Mitte wuchs. Lisa rannte auf die Blume zu, aber sie kam nicht näher als drei Meter an die Blume heran. Plötzlich sprach die Blume zu Lisa: „Komm mir nicht zu nahe, sonst wirst du deine Jugend verlieren. Nur ein Tier kann mich pflücken.“ Lisa sagte verzweifelt: „Wie soll ich denn ein Tier dazu bringen, die Blume zu pflücken?“ Plötzlich kam die Wildkatze, die Lisa gerettet hatte, zu ihr. Lisa kam ein Geistesblitz. Sie sprach zur Katze: „Kannst du mir die Blume da pflücken?“ Die Katze miaute und ging auf die Blume zu und pflückte sie. Dann brachte sie die Blume zu Lisa und verschwand. Lisa packte die Blume vorsichtig zu dem Kristall in ihren Rucksack. Plötzlich hörte sie ein Plätschern. „Kann das vielleicht die Quelle des Glücks sein?“, fragte sich Lisa. Sie ging in die Richtung, aus der das Plätschern zu hören war, und kam zu einer Höhle, die von einem riesigen Troll bewacht wurde. Der böse Troll sprach zu Lisa: „Willst du an die Quelle?“ „Ja“, stotterte Lisa. „Dann beantworte dieses Rätsel: „Ich werde größer, wenn man mich teilt, doch bin ich selten von Dauer. Was bin ich ?“ Lisa überlegte kurz, dann sagte sie zum Troll: „Es ist das Glück!“ Der Troll ärgerte sich sichtlich über Lisas Antwort und sagte wütend: „Das ist leider richtig.“ Er ließ Lisa in die Höhle. Lisa fühlte sich richtig gut, als sie hineinging. Sie holte das Fläschchen aus ihrem Rucksack und füllte es mit dem Wasser. Dann ging sie aus der Höhle, weiter an der Lichtung vorbei, wo vorher die Blume wuchs, und dann in Richtung Dorf. Als sie ankam, ging Lisa gleich in den Laden der alten Frau und übergab ihr die drei Gegenstände. Die Alte legte die Sachen in ihr Labor und ging mit Lisa zu ihrer Mutter,die schwach in ihrem Bett lag. Die alte Frau sagte zu Lisa, dass sie rausgehen sollte. Nach einer Weile durfte Lisa wieder in das Zimmer und ihre Mutter war geheilt. Lisa und ihre Geschwister konnten es kaum glauben. Die Mutter strahlte vor Freude und sagte: „Lisa, du hast uns das Glück wiedergebracht. Ich danke dir von Herzen, mein Kind!“
Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
Jana Dargel (Klasse 5b)
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