Am 1. Oktober besuchten Nachkommen jüdischer Bürger aus Bad Wildungen den bilingualen Geschichtskurs der 10.Klassen. Sie erzählten uns die Geschichten ihrer Familien, die in Bad Wildungen lebten, von den Nationalsozialisten verfolgt wurden oder aus Deutschland fliehen mussten.
Anfangs wurden die jüdischen Familien vorgestellt und kurz erklärt, in welchem Verhältnis die Gäste zu ihnen stehen. In Bad Wildungen gab es in den 1930ern knapp 150 Juden, welche bis zur Machtübernahme der Nazis normal am Leben in der Kurstadt teilnahmen. Sie arbeiteten z.B. als Kaufleute, es gab ein Kino, zwei koscher geführte Hotels sowie zwei Ärzte jüdischen Glaubens. Mit der Machtübernahme der Nazis änderte sich ihr Leben jedoch stark. Sie wurden ausgegrenzt, verfolgt und viele schließlich deportiert und ermordet. Einige sind rechtzeitig z.B. nach Bolivien geflohen.
Nach der Präsentation hatten wir die Möglichkeit unsere Fragen zu stellen, welche ausführlich beantwortet wurden. Uns wurde erzählt, dass der Besuch in Bad Wildungen bzw. allgemein ein Besuch in Deutschland verschiedene Gefühle auslöst. Für sie selbst sei es wichtig zurückzukommen und zu erinnern, andere kämen aufgrund der Vergangenheit aber nicht hierher. Außerdem wurde betont, dass nicht nur Juden von den Nazis ermordet wurden, sondern es auch viele weitere Opfer gab, deren Schicksale ebenfalls nicht vergessen werden dürfen.
Eine Botschaft, die besonders hängenblieb, war die, dass wir die Stimme, die wir haben, nutzen und für unsere Werte eintreten sollen.
Text: Nele Wickert (10c)
Bilder: Martin Bänsch-Torres (10b)
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