Beitrag vom: 15.01.2024 Kategorie: Willkommen

„Nicht Ketchup und Mayonnaise drauf! oder: Wie man Samenkörner zum Erblühen bringt…“ – Dritter Schreibworkshop mit Wolfgang Büscher am Gustav-Stresemann-Gymnasium

 

Am 19.12.23 war der Autor Wolfgang Büscher zum dritten Mal an unserer Schule zu Besuch, um uns, 14 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10 bis Q 3, in einem weiteren Schreib-Workshop mit Hilfestellungen und Schreibimpulsen zu unterstützen. Ziel war es, neue eigene Textkreationen zu entwerfen und die bereits entstandenen Texte zu verbessern. Herr Büscher hatte das Gustav-Stresemann-Gymnasium zuletzt am 12.01.2023 besucht und damals seine ersten Schreibimpulse an einige von uns weitergegeben. Damals sowie auch dieses Mal war das Thema unserer Texte nach Vorgabe Büschers „Reise“. Es gab aber auch weitere zum Schreiben anregende Impulse wie etwa die folgenden: „Wie sehr hatte ich mich auf dieses Wiedersehen gefreut, doch was ich dann sah, verschlug mir die Sprache“ oder: „Ich beschloss, diese Sache für immer abzuschließen, wie man ein Zimmer abschließt und den Schlüssel wegwirft. Es kam anders.“

 

Nach der Begrüßung von Frau Jericho besprach Herr Büscher zwei der Texte vom letzten Schreib-Workshop im Plenum, lobte diese und machte einige sehr konstruktive Verbesserungsvorschläge. Diese betrafen Aspekte wie etwa die Glaubwürdigkeit des Erzählten, die Konsistenz oder die erzählerischen Mittel. Seine häufigsten Tipps und Anregungen zur Schreibhaltung waren, dass wir mehr ins Detail gehen und konkreter werden sollten. Diese Details, etwa das Auserzählen der Atmosphäre der Kindheit, verleihen einer Erzählung mehr Lebendigkeit. Allerdings warnte der Autor und Journalist Büscher auch davor, Texte zu sehr auszuschmücken. Insbesondere bei ernsten Themen wie Tod oder Trauer sei es wichtig, „schlanke Sätze“ ohne viele Schnörkel zu bilden, um „der Erzählung ihre Würde zu lassen“, wie Büscher es formulierte: „Man wird nicht redselig im Angesicht des Todes“, brachte Büscher diesen Gedanken auf den Punkt und verdeutlichte das noch einmal eindrucksvoll mit seinem Appell „Nicht Ketchup und Mayonnaise drauf!“. Zudem ist er auf Fragen und Rückmeldungen von uns Schülerinnen und Schülern eingegangen. Anschließend ging es auch schon an das Verfassen und Redigieren der eigenen Texte. In einer gemütlichen Atmosphäre, gestärkt mit Lebkuchen, Plätzchen und Obst, schrieben wir an unseren Texten weiter und versuchten Wolfgang Büschers Anmerkungen mit einfließen zu lassen.

 

In einer anschließenden Leserunde haben einige Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit genutzt, ihre Zwischenergebnisse zu präsentieren. Herr Büscher hatte zuvor die Bedeutung des lauten Vorlesens der Texte erläutert und das Vorlesen als den „Moment der Wahrheit“ bezeichnet, in dem man falsche bzw. unpassende Wörter und Halbsätze selbst erkenne und manchmal sogar schon beim Lesen korrigiere. Einige von uns trauten sich und erhielten zu ihren Texten sehr aussagekräftiges und differenziertes Feedback des mehrfachen Literaturpreisträgers. Gemeinsam mit den anwesenden Schreib-Künstlerinnen und -Künstlern begab sich Büscher mit den literarisch geschulten Sinnen eines Schriftstellers auch hier auf die Suche nach den offensichtlichen und besonders den verborgenen Schätzen der Schreibentwürfe, um „die Samenkörner im Text zu finden und aufgehen zu lassen“.     

Dabei verschaffte er uns auch anekdotenhaft Einblicke in seine eigenen (Reise-)Erfahrungen, ob das die jugendlichen Abenteuer mit seinem ersten Auto, einem Fiat 770, waren, den er am Edersee zu Schrott fuhr, oder wundersame Geschichten, die er während seiner Reisen im Ausland erlebt hat. Eindrucksvoll schilderte er etwa einen Aufenthalt anlässlich seines Geburtstags in einem kleinen Restaurant in Portugal, in dem er plötzlich von einem fremden Mann Geschenke bekam, der gar nichts von seinem Geburtstag wusste.

 

Zusätzlich gab er uns hilfreiche Tipps, die über vereinfachte Verbesserungsvorschläge hinausgingen und Grundlage für weitere Texte bieten. Zudem empfahl Herr Büscher uns einige seiner Lieblingsautoren, deren Schreibstil er persönlich bewundert, wie zum Beispiel Patrick Leigh Fermor.

Nach den Rückmeldungen von Herrn Büscher und den anderen Anwesenden ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder an das Schreiben und die weitere Ausgestaltung der vorhandenen Textpotenziale. In einer Schlussrunde wurden die überarbeiteten Texte erneut vorgetragen sowie ganz neue Texte eingebracht. Auch hier gab es noch einmal Tipps des Autors zu Themen wie Symbolik, aber auch das Binden des Textes an einen besonderen persönlichen Moment, zum Beispiel eine Reiseerfahrung, wurde thematisiert.

 

Insgesamt können wir sagen, dass es ein sehr inspirierender Tag war, den wir in einer angenehmen Atmosphäre umgeben von Menschen, die dasselbe Hobby teilen und ihren Horizont beim Schreiben erweitern wollen, verbracht haben. Bis Mitte Februar werden die Texte noch überarbeitet und anschließend in einer Anthologie des Hessischen Kultusministeriums mit Texten von Schülerinnen und Schülern aus ganz Hessen veröffentlicht.

 

 

 

Text: Samya Arab, Swenja Bredemeier, Christoph Heise, Barbara Jericho und Katharina Pfeil

 

Fotos: Julia Roth

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