Frankfurter Erklärung der UNESCO-Projektschulen in Deutschland

Bei der turnusmäßigen Sitzung des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen am 27./28. Februar 2020 in Frankfurt am Main wurde folgende Erklärung einstimmig verabschiedet:

Die UNESCO-Projektschulen in Deutschland verurteilen angesichts der rechtsextremen Gewalttaten gegen Bürgerinnen und Bürger jegliche Verstöße gegen die Menschenrechte und gegen die grundlegenden Werte unserer Demokratie, denen wir als UNESCO-Projektschulen in besonderem Maße verpflichtet sind.

In der derzeitigen Situation appellieren wir an alle, sich aktiv für die Aufrechterhaltung der Grundrechte für alle einzubringen und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einzustehen.

Die Demokratie-, Friedens- und Menschenrechtsbildung ist die Grundlage des schulischen Lebens und Arbeitens. Die UNESCO-Projektschulen stehen mit ihrem ganzheitlichen Ansatz für Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit. Zum pädagogischen Profil gehören die historisch-politische und rassismuskritische Bildungsarbeit essenziell dazu.

Unterwegs im Auftrag der Demokratie

Vom 17.9. bis zum 20.9.2019 fand in Bad Hersfeld in der Jugendbildungsstätte am Frauenberg die Demokratiewerkstatt (DW) mit Schüler*innen hessischer UNESCO-Projektschulen statt. Der Titel der Veranstaltung lautete:

 

UNTERWEGS IM AUFTRAG DER DEMOKRATIE

70 Jahre Grundgesetz – Eine Demokratiewerkstatt – In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der hessischen UNESCO-Projektschulen

 

Im Programmflyer zu der Veranstaltung wurde Inhalt und Ausrichtung der DW näher beschrieben:

In diesem Jahr wird das Grundgesetz 70 Jahre alt. Es ist die Grundlage unseres Staates, unseres Zusammenlebens –Was hat sich am Grundgesetz bewährt? Und kann es die notwendige Bindekraft für eine offene Gesellschaft entfalten? Welche Wegweisungen und Gestaltungsimpulse gehen vom Grundgesetz für eine starke Demokratie aus? In Workshops, im Projektlabor und im Gespräch mit politischen Gästen geht es um das, was eine lebendige Demokratie heute braucht und was junges Engagement noch wirkungsvoller macht.

Ziel der Veranstaltung war es, über die Bedeutung des Grundgesetzes (GG) als Basis unserer Demokratie nachzudenken und zu diskutieren. Auf die Frage, wie der demokratisch-freiheitliche Gedanke der Verfassung sich unter dem Eindruck aktueller gesellschaftlicher und politischer Ereignisse Rechtspopu-lismus und –terrorismus, Spaltung der Gesellschaft, Parteienverdrossenheit, Fridays For Future etc.) und  auch in Zukunft behaupten kann sollten gemeinsam Antworten gefunden werden.

 

 

Den Auftakt der DW bildete quasi der hessische Demokratietag, der in diesem Jahr unter dem Motto: „Wir sind Demokratie“ im Engelsburg-Gymnasium Kassel stattfand. Einige der teilnehmenden Schüler*innen an der DW nahmen auch am Demokratietag teil. Am Abend des 17.09. begann dann mit einem festlichen Auftakt im Kasseler Rathaus die Fachtagung zur Demokratiebildung der UNESCO-Projektschulen Deutschland, mit Grußworten durch Kultusminister Alexander Lorz und der Kulturdezernentin der Stadt Kassel, Susanne Völker. Es schloss sich ein sehr interessantes Gespräch mit Roland Jahn, dem Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen an. Im Anschluss ging dann die Reise nach Bad Hersfeld zum Beginn der DW. Der Dienstagabend diente dazu, das Haus, einander und das Programm der DW näher kennenzulernen.

 

 

Am Mittwoch, den 18.9., fand nach Impulsen zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch über die Erwartungen und ersten Gedanken zur DW, mit einem kurzen Power Point Vortrag, anhand von Plakaten und Bildern und Ausschnitten aus Politiksendungen und Youtube-Videos eine Einführung in die Geschichte und Aktualität des Grundgesetzes (GG) statt. Exemplarisch entspann sich eine Diskussionsrunde darüber, welche Bedeutung der Art.1 für das GG und das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft hat. Im Anschluss daran wurden die Gesprächsimpulse in Workshops aufgenommen und vertieft. Die Schüler*innen konnten sich in einen Workshop einwählen und blieben in diesem bis zum Abendessen.

 

Workshops:

  1. # Art. 1 Menschenwürde – Poetry Slam (eigene Texte zu Art. 1 und anderen Artikeln des GG verfassen
  2. # Art. 2 Persönlichkeitsrechte Escaperoom zur Digitalen Demokratie (gemeinsam einen Escaperoom lösen und im anschl. Gespräch Themen zu digitalen Selbstbestimmung, Demokratie und Internet und Fake News aufnehmen 
  3. # Art 5:Presse – Meinungsfreiheit (Wie wichtig ist Meinungsfreiheit und eine freie Presse in einer Demokratie? Eine eigene Presseerklärung vorbereiten
  4. # Art.5: Meinungsfreiheit – Menschenwürde : Hate-Speech (Wie begegne ich Hass im Netz? – Welche Gefährdung geht davon für die Demokratie aus? Wie stehen sich Art. 2 und Art. 5 gegenüber?
  5. 70 Jahre Grundgesetz – Trickfilme gestalten (Mit kreativen Methoden ausgewählte Inhalte des GG bearbeiten)

 

Der Abend sollte dann eigentlich unter dem Motto : „Unterwegs im Auftrag… ungewöhnliche Einblicke ins Grundgesetz“ stattfinden und Impulse vom Tag in einem Improvisationstheater aufnehmen. Leider erschien die Schauspielerin vom Improtheater nicht. Stattdessen wurde der Abend dann von den Schüler*innen gestaltet mit Einblicken aus den Poetry-Slam-, Hatspeech- und Trickfilmworkshops und beeindruckenden Gesangs- und Musikeinlagen seitens der Jugendlichen.

Am Donnerstag, dem 19.09., wurden nach kurzen Rückblicken und – meldungen aus den Workshops 10 Lernstationen zum Grundgesetz mit dem Zitat von  Bundesverfassungsrichter Peter Müller „Das Demokratiemodell des Grundgesetzes ist ein Mitmachmodell, kein Zuschauermodell“ vorgestellt.

Lernstationen waren zum Beispiel: „Was bedeutet das Grundgesetz für mich? Ein Acrostychon mit dem Wort Grundgesetz gestalten“  –  „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen… Wo hört freie Meinungsäußerung auf und fängt das Recht auf Unversehrtheit der Person an?“  –  „Wo könnt ihr aktuell mitbestimmen? Wahl ab 16? Was wünscht Du Dir an Mitbestimmungsregelungen?“  – „Spielerisch: Was fördert Demokratie, wo lauern Gefahren für die Demokratie?“ – „Ich habe ein Recht auf… – Eine Fotoaktion zum GG“.

 

Eine Podiumsdiskussion widmete sich am Nachmittag der Frage: 70 Jahre Grundgesetz – Für welche Demokratie sind wir unterwegs?  Verschiedene Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft stellten sich den Fragen einiger Jugendlicher und diskutierten mit Ihnen u.a. engagiert zu den Themen „Welche Gefahren gehen für unsere Demokratie von Rechtspopulismus und –radikalismus und Antisemitismus aus?“ – „Wie umgehen mit „Anti-Demokraten“, Hate-speech im Internet und verfassungsfeindlichen Angriffen auf der Straße? Was heißt das für Zivilcourage?“ „Wie viel zivilen Ungehorsam verträgt eine Demokratie?“ – „Kann das GG für aktuelle Fragen und Probleme angemessene Weisungen geben?“. Am Abend stand dann die Teilnahme am kulturellen Fest der Fachtagung zur Demokratie-Bildung der UNESCO-Projektschulen in der Jugendkulturkirche Kassel auf dem Programm.

 

Die Tagung endete am Freitag, den 20.09., mit einer Stadtführung durch Bad Hersfeld auf den Spuren von zivilgesellschaftlichem und demokratischem Engagement und mit einer ausführlichen Feedbackrunde. Fazit: Viele Schüler*innen bemerkten, das sie viel dazugelernt, neue Einblicke bekommen und Mut für das eigene Engagement bekommen hätten. Dem GG merke man seine 70 Jahre nicht an, es müsse aber auch ernst genommen und dürfe nicht verwässert werden, meinten die Schüler*innen. Eine Gefahr sahen sie im Rechtspopulismus, aber auch bei anderen Parteien als der AfD, dass das GG nur als Feigenblatt diene, aber in vielen Belangen nicht ernst genommen würde. (In Fragen des Asyls zum Beispiel oder aktuell im Umgang mit Fridays for Future). Gerade bei den teilnehmenden Jugendlichen, die erst seit einigen Jahren oder kurzer Zeit hier leben herrschte die Anerkennung dafür vor, dass sich die Bundesrepublik Deutschland eine solche Verfassung gegeben habe, die auch heute noch so wichtig und wirksam sei. Insgesamt fiel allen das sehr gute und respektvolle Miteinander auf …ein Stück gelebter Demokratie.

 

 

 

Hier geht es zu den Videos, die im Rahmen der Demokratiewerkstatt entstanden sind: http://www.punktmagazin.de/themen/demokratie.html

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Text: Uwe Jakubczyk
Fotos: Sabine Weiss

12. Hessischer Demokratietag und UNESCO-Demokratiecamp

Eine knappe Woche werden sich Schülerinnen und Schüler des Gustav-Stresemann-Gymnasiums mit dem Thema „Demokratie“ auseinandersetzen.

 

Den Auftakt bildet der 12. Hessische Demokratietag am 17. September im Engelsburg-Gymnasium in Kassel, der bereits seit vielen Wochen ausgebucht ist. Über 300 Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen werden sich in unterschiedlichen Workshops mit der Frage auseinandersetzen, was Demokratie für sie bedeutet.

 

Den Teilnehmer*innen wird am Demokratietag viel geboten. So steht ein Escape Room ebenso auf dem Programm wie ein Workshop des Netzwerks Toleranz Waldeck-Frankenberg, mit dem das GSG seit Jahren erfolgreich kooperiert, ein DS-Kurs mit dem GSG-Lehrer Matthias Pflüger, ein Auftritt des syrischen Pianisten Aeham Ahmad sowie ein Besuch des hessischen Kultusministers Prof. Lorz uvm.

 

 Flyer_12_Demokratietag

 

Der Demokratietag dient auch als Auftaktveranstaltung für die UNESCO-Fachtagung 2019, die im Anschluss an den in Kassel stattfindet.

 

So werden auch die Schüler*innen des Gustav-Stresemann-Gymnasiums an der Eröffnungsveranstaltung der Fachtagung der UNESCO-Projektschulen im Kasseler Rathaus teilnehmen. Der Schulsprecher des GSG, Til Reuter, wird mit anderen Schüler*innen der hessischen UNESCO-Projektschulen nach dem Empfang ein Podiumsgespräch mit Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, führen. 

 

Anschließend ziehen die Schüler*innen des GSG weiter in ein Demokratiecamp, das parallel zu der Fachtagung in Bad Hersfeld stattfindet. Vom 17. bis 20. September veranstaltet das Landesnetzwerk der UNESCO-Projektschulen in Hessen in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Hofgeismar ein mehrägiges Demokratiecamp für 50 Schülerinnen und Schüler der 20 hessischen UNESCO-Projektschulen unter dem Titel „Unterwegs im Auftrag der Demokratie! 70 Jahre Grundgesetz – Eine Demokratiewerkstatt“. 

 

Neben der Auseinandersetzung mit einzelnen Grundgesetzartikeln und der Frage, was das Grundgesetz mit uns persönlich zu tun hat, wird es bei dem Demokratiecamp auch um aktuelle Fragen nach der Demokratie im digitalen Raum, Meinungsfreiheit und Privatsphäre und aktuelle Bedrohungen wie z.B. Hate Speech gehen. Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler aus einzelnen Workshops unserer Veranstaltung sollen am 19. September abends beim kulturellen Abend der Bundestagung der UNESCO-Projektschulen in der JugendKultur-Kirche Kassel präsentiert werden. 

 

Die Veranstaltung wird von dem Hessischen Kultusministerium, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der UNESCO-Projektschulen gefördert.

Aktiv gegen Antisemitismus und Ausgrenzung – für Vielfalt und Demokratie

 

Fotograf Rafael Herlich übergibt UNESCO-Projektschulen Bildbände zum jüdischen Leben

 

Lesen Sie hier den Pressebericht auf der Seite des Hessischen Kultusministeriums:

https://kultusministerium.hessen.de/presse/pressemitteilung/aktiv-gegen-antisemitismus-und-ausgrenzung-fuer-vielfalt-und-demokratie

Landeskoordination der UNESCO-Projektschulen in Hessen
 

Ende August 2018 hat das Gustav-Stresemann-Gymnasium die Aufgabe der Landeskoordination der

UNESCO-Projektschulen in Hessen übernommen.

 

Zurzeit gehören dem hessischen Netzwerk 20 Schulen aus den unterschiedlichen Regionen des Landes an:

  • Abendgymnasium Frankfurt
  • Albert-Schweitzer-Schule, Hofgeismar
  • Albert-Schweitzer-Schule, Offenbach
  • Alexander-von-Humboldt-Schule, Rüsselsheim
  • Altkönigschule, Kronberg
  • Anna-Schmidt-Schule, Frankfurt
  • August-Bebel-Gesamtschule, Wetzlar
  • Clemens-Brentano-Europaschule
  • Edith-Stein-Schule, Darmstadt
  • Engelsburg-Gymnasium, Kassel
  • Ernst-Ludwig-Schule, Bad Nauheim
  • Friedrich-Fröbel-Schule, Viernheim
  • Gustav-Stresemann-Gymnasium, Bad Wildungen
  • Goetheschule, Dieburg
  • Heinrich-Böll-Schule, Bruchköbel
  • Heinrich-Böll-Schule, Rodgau
  • Helene-Lange-Schule, Wiesbaden
  • Humboldtschule, Bad Homburg
  • Limesschule, Idstein
  • Rudolf-Steiner-Schule, Loheland
  • Wöhlerschule, Frankfurt

 


 

Das starke hessische Netzwerk der UNESCO-Projektschulen zeichnet sich aus durch: 

  • aktive und schulformenübergreifende Zusammenarbeit im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen – hessenweit, deutschlandweit und international
  • Gestaltung des internationalen UNESCO-Projekttags
  • Angebot der UNESCO-Camps für Schülerinnen und Schüler
  • Mitgliedschaft im Netzwerk „Nachhaltigkeit lernen in Hessen“
  • Ausrichtung, Gestaltung und Teilnahme an Fachtagungen, Konferenzen, Dialogprojekten u.vm.
  • Impulse und Angebote für die Schulentwicklung als UNESCO-Projektschule / UNESCO Associated School

Aufgaben der Landeskoordination
 

In jedem Bundesland fördert eine Landeskoordinatorin oder ein Landeskoordinator die Zusammenarbeit der UNESCO-Projektschulen und pflegt die Kontakte mit interessierten Bildungseinrichtungen. Die Wahl wird in Absprache der Deutschen UNESCO-Kommission von der Kultusbehörde des jeweiligen Landes bestätigt. In Hessen wird die Arbeit auf Landesebene durch das Referat Z.4 des Hessischen Kultusministeriums unterstützt.

 

Die Aufgaben der Landeskoordination im Überblick:

  • Repräsentation der UNESCO-Projektschulen in Hessen bei offiziellen Anlässen
  • Verbindung zur Bundeskoordination und zum Fachreferat des Kultusministeriums
  • Förderung von Kontakten und Zusammenarbeit der UNESCO-Projektschulen
  • Einberufung und Organisation der mindestens zweimal jährlich stattfindenden Landestagungen
  • Planung von Fortbildungsveranstaltungen
  • Organisation von Jugendcamps

Ausblick

 

Das Netzwerk der hessischen UNESCO-Projektschulen gestaltet im Jahr 2019 gemeinsam mit weiteren Partnern die bundesweite Fachtagung der UNESCO-Projektschulen in Kassel zum Thema der Demokratiebildung (17. – 21. September 2019).

Die Landeskoordination der UNESCO-Projektschulen wirkt maßgeblich am Planungsprozess des 12. Hessischen Demokratietags am 17. September im Engelsburg-Gymnasium in Kassel mit.

Kontakt

 

Landeskoordination der UNESCO-Projektschulen in Hessen
Gustav-Stresemann-Gymnasium
Dr. Johannes Salzig
Stresemannstr. 33
34537 Bad Wildungen

EMail-Kontakt