Digitales UNESCO-Schülercamp zu Verschwörungstheorien & Desinformation

Die Bundeskoordination der UNESCO-Projektschulen bot interessierten Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10 bis 12 die Möglichkeit, an einem dreitägigen Online-Workshop zum Thema Desinformation und Verschwörungstheorien im Rahmen des Modelprojekts „#vrschwrng – Ein interaktives Toolkit gegen Verschwörungstheorien“ der Berghof Foundation teilzunehmen.

In diesen drei Tagen konnten sich ca. 30 Jugendliche aus ganz Deutschland mit den Veranstaltern interaktiv mit den Themen Desinformation und Verschwörungstheorien beschäftigen und auseinandersetzen.

 

Am ersten Tag beschäftigen wir uns ausführlich mit Fake News und Desinformation. Vormittags lernten wir die einzelnen Begriffe näher kennen und tauschten uns über unsere persönlichen Erfahrungen mit Fake News aus. Wir schauten, welche Quellen wir im Allgemeinem für unsere Recherchen benutzten und lernten anhand von Beispielen, FakeNews zu erkennen und zu umgehen. Nachmittags fanden wir uns in zufällig zusammengestellten Kleingruppen zusammen und erstellten anhand des neuen Wissens vom Vormittag inszenierte Kampagnen gegen Desinformationen.

 

Am zweiten Tag standen die Verschwörungstheorien im Vordergrund. Wir haben uns das Gefährdungspotenzial sowie die Verbreitung der Verschwörungstheorien in Social Media genauer angeschaut und über deren Folgen und Konflikteskalation geredet. Zuletzt schauten wir uns an, was Verschwörungstheorien in der Gesellschaft und in der Demokratie für Auswirkungen haben. In den Nachmittagsgruppen erstellten wir Erklärvideos zum Thema Verschwörungstheorien.

 

Zum Abschluss unseres Online-Workshops stellten wir unsere Ergebnisse, die wir in den Gruppen der letzten Tage erarbeitet hatten, vor. Jede Gruppe hat sich ausführlich mit den einzelnen Themen auseinandergesetzt und das neuerarbeitete Wissen gut in die Aufgaben miteingebracht.

 

In den drei Tagen, die uns zu Verfügung gestellt wurden, konnten wir viel über Desinformation und Verschwörungstheorien lernen und mitnehmen. Die gemeinsame Arbeit und das kritische und interaktive Auseinandersetzen mit den Themen haben uns sehr viel Spaß gemacht.

Wegen Corona war das persönliche Zusammentreffen leider nicht möglich, aber durch das Konferenzstreaming konnten wir eine gute Alternative schaffen und uns trotzdem gut über die Dinge informieren und austauschen. Es war eine sehr schöne und informative Zeit und wir können solche Workshops nur weiterempfehlen.

 

Text und Foto: Mathea Barrois und Anastasia Weigandt

Corona-Virus – Untergang oder Rettung der EU?

Ende September kam es am Gustav-Stresemann-Gymnasium zu einer Premiere: Zum ersten Mal wurde ein Experten-Vortrag nicht wie gewohnt in der Aula der Schule abgehalten, sondern virtuell veranstaltet. Zu diesem Experiment bereit erklärt hatte sich Prof. Jäger, der an der Kölner Universität den Lehrstuhl für Internationale Politik und Außenpolitik innehat und aufgrund der Pandemielage kurzfristig nicht persönlich im Stresemanngymnasium auftreten konnte. Kurzerhand entschied er in Absprache mit Herrn Dr. Salzig, der als Lehrer des PoWi-LKs in der Q1 und als PoWi-Fachvorsitzender den ausgewiesenen Experten eingeladen hatte, den Vortrag virtuell stattfinden zu lassen. So konnten bis zu 80 Schülerinnen und Schüler aus vier unterschiedlichen PoWi-Kursen der Q1 über die ActiveBoards in den verschiedenen Räumen und insgesamt 15 iPads interaktiv an der Veranstaltung teilnehmen und ihre Fragen über die Chatfunktion direkt an Herrn Prof. Jäger richten.

Zu Beginn stellte Manfred Weider als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Sicherheitspolitik der Sektion Waldeck-Frankenberg zunächst die Arbeit des Vereins vor, der die Veranstaltung am GSG überhaupt erst möglich gemacht hatte. Anschließend begann der eigentliche Vortrag von Prof. Jäger mit anschließender Fragerunde unter der Leitung des unterrichtenden Lehrers und Koordinators Dr. Salzig.

Der interessante und lebhafte Vortrag befasste sich mit der generellen Situation der Europäischen Union und den Folgen des Corona-Virus auf die politische Situation der EU. Zentrale Themen des interaktiven Vortrags waren die Sicherheitspolitik und die Abhängigkeit der EU von den großen Weltmächten USA und China. Herr Prof. Jäger erläuterte unter anderem die fünf größten Herausforderungen der EU, welche die sicherheitspolitischen Lücken, die wirtschaftlichen Unterschiede, Unstimmigkeiten der Thematik Migration und Asyl, eine uneinheitliche Klimapolitik und ein divergierendes Verständnis von Demokratie umfassen. Diese Problematiken und Unstimmigkeiten führten laut Jäger zu einer großen Zerrissenheit, und auch die asymmetrischen Abhängigkeiten zu China und den USA erschwerten oft die gemeinsame Zielsetzung innerhalb der EU-Staaten. Ziel der EU sollte es dem renommierten Politikwissenschaftler zufolge sein, autonome Entscheidungen zum Wohle aller zu treffen. Sanktionen innerhalb der EU-Staaten seien sinnlos, stattdessen müsse die Gemeinschaft innerhalb der EU-Staaten gestärkt werden. Allerdings stellten nicht nur die bereits bestehenden Probleme, sondern auch das Corona-Virus eine Herausforderung dar, denn dieses habe einen großen Einfluss auf die Gesellschaft und somit auch auf die Politik. Aufgrund des Zusammenbruchs der Wirtschaft müsse sich die EU Jägers Meinung nach neu strukturieren. Gleichwohl solle man nicht vergessen, dass die EU-Staaten meist wirtschaftlich und industriell gut entwickelt seien und bei Bemühungen aller Staaten kein Grund zur Sorge bestehe. Das Corona-Virus habe einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Europäischen Union, allerdings sollte man die derzeitigen Umstände weniger als Untergang, sondern mehr als Chance sehen, denn neuartige Probleme setzten neuartige Lösungen voraus. Somit könnte man die aktuelle Situation als Zeit des Umbruchs und Umdenkens, auch innerhalb der Europäischen Union, bezeichnen.

Nach dem überzeugenden Impulsreferat beantwortete Prof. Jäger geduldig, wertschätzend und begeisterungsfähig die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler, die sich im Laufe des Vortrags ergeben hatten. Entsprechend positiv waren die Rückmeldungen der jungen Erwachsenen, der Fachkolleginnen und Fachkollegen sowie der Organisatoren, die das virtuelle Experiment auch aufgrund der funktionstüchtigen Technik als Erfolg bezeichneten. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung digitalisierte Schule getan.

 

Text: Sophie Lubbe
Foto: Dr. Salzig

„Menschenrechte statt rechte Menschen“ – UNESCO-AG setzt Zeichen gegen Rechts


Wenige Tage nach dem rassistischen Anschlag in Hanau, dem neun Menschen mit ausländischen Wurzeln zum Opfer gefallen sind, war es den 25 Schülerinnen und Schülern, die an der UNESCO-AG des Gustav-Stresemann-Gymnasiums teilnehmen, ein wichtiges Anliegen, ihre Solidarität mit den Betroffenen zum Ausdruck zu bringen und sich gleichzeitig gegen jede Form von Rassismus, Gewalt und Diskriminierung auszusprechen.

Unter der Überschrift „Menschenrechte statt rechte Menschen“ erarbeiteten sie selbstständig Plakate, auf denen sie Begriffe und Gedanken notierten, die ihnen in Bezug auf das Attentat einfielen, wie z. B. „Rassismus ist eine spezifische Form von Seelenblindheit“, „Frieden“, „Menschlichkeit“ oder „Wir sind für Respekt“.

Als anerkannte UNESCO-Projektschule und als Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage versteht sich das Gustav-Stresemann-Gymnasium als Lernort, in dem Demokratiebildung eine zentrale Rolle spielt, um zu einer Kultur des Friedens innerhalb und außerhalb des Schullebens beizutragen. Deshalb wird der Opfer des Anschlags auch im Rahmen einer Schweigeminute der gesamten Schulgemeinde gedacht.

Frankfurter Erklärung der UNESCO-Projektschulen in Deutschland

Bei der turnusmäßigen Sitzung des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen am 27./28. Februar 2020 in Frankfurt am Main wurde folgende Erklärung einstimmig verabschiedet:

Die UNESCO-Projektschulen in Deutschland verurteilen angesichts der rechtsextremen Gewalttaten gegen Bürgerinnen und Bürger jegliche Verstöße gegen die Menschenrechte und gegen die grundlegenden Werte unserer Demokratie, denen wir als UNESCO-Projektschulen in besonderem Maße verpflichtet sind.

In der derzeitigen Situation appellieren wir an alle, sich aktiv für die Aufrechterhaltung der Grundrechte für alle einzubringen und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einzustehen.

Die Demokratie-, Friedens- und Menschenrechtsbildung ist die Grundlage des schulischen Lebens und Arbeitens. Die UNESCO-Projektschulen stehen mit ihrem ganzheitlichen Ansatz für Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit. Zum pädagogischen Profil gehören die historisch-politische und rassismuskritische Bildungsarbeit essenziell dazu.

„Menschenrechte – mit Füßen getreten“

Zum diesjährigen Internationalen Tag der Menschenrechte hatte sich die UNESCO-AG des Gustav-Stresemann-Gymnasiums eine ganz besondere Aktion ausgedacht. Um auf die in vielen Regionen der Welt zu beklagenden Rückschritte in der Menschenrechtspolitik aufmerksam zu machen, planten und realisierten die 28 Schülerinnen und Schüler unter der Leitung ihres Lehrers Herrn Dr. Salzig das Projekt „Menschenrechte – mit Füßen getreten“: sie schnitten 

aus buntem Papier zahlreiche übergroße Fußabdrücke aus, die sie anschließend mit Schlagworten zum Thema Menschenrechte versahen. Dazu hatten die Jugendlichen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zurate gezogen, aus der sie Begriffe wie „Freiheit“, „Solidarität“, „Folterverbot“, „Asylrecht“ oder „Recht auf Bildung“ herausarbeiteten.

Die beschrifteten Fußabdrücke befestigten die AG-Teilnehmer anschließend auf dem Boden des Eingangsbereichs und auf den Stufen des Treppenhauses der Schule, also in einem Bereich, der tagtäglich von besonders vielen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern durchschritten wird. Die Fußspuren führten zu verschiedenen Informationstafeln mit vielfältigem Material zum Thema Menschenrechte. So hatten z. B. die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c im PoWi-Unterricht auf kreisrunden Karten ihnen besonders wichtige Menschenrechte notiert und dazu individuell Stellung bezogen; weiterhin waren die komplette Allgemeine Erklärung der Menschenrechte auf einem großen Plakat abgebildet und Leporellos mit Argumenten gegen Folter und für eine humane Flüchtlingspolitik zu sehen.

Schon am nächsten Tag zeigte sich, dass die Aufmerksamkeit, die die UNESCO-AG mit der Aktion bei der Schulgemeinde für das wichtige Thema Menschenrechte wecken wollte, tatsächlich erzielt wurde: Die Fußabdrücke mit den Schlagworten waren bei vielen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern Gesprächsthema, das auch Eingang in den Unterricht unterschiedlicher Fächer fand und als Ausgangspunkt für eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Menschenrechten diente.

Das Projekt am Internationalen Tag der Menschenrechte war der vorläufige Höhepunkt weiterer Aktivitäten zu dem Thema am Gustav-Stresemann-Gymnasium. So werden sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe an dem Briefmarathon von Amnesty International beteiligen, in dessen Rahmen sie sich für die Freilassung von zu Unrecht verfolgten, verhafteten oder bedrohten Menschen einsetzen.


Text und Fotos: Dr. Johannes Salzig

 

Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher diskutiert mit Schülern des GSG über die Europawahl

 

Nachdem das Europäische Parlament keine 24 Stunden zuvor der gerade bei jungen Menschen äußerst unbeliebten Urheberrechtsreform zugestimmt hatte, besuchte Esther Dilcher, Bundestagsabgeordnete für Waldeck und Kassel-Land, das Gustav-Stresemann-Gymnasium, um mit Schülerinnen und Schülern der Q2 über Europa zu diskutieren. Die Politikerin war der Einladung der Fachschaft Politik und Wirtschaft der Schule unter der Leitung von Herrn Dr. Johannes Salzig gefolgt und stellte sich in der Aula den zuvor von einem Schülerteam gesammelten Fragen zu den Themenbereichen Brexit, Migration, Populismus, Umweltschutz, Reformen, Demokratiedefizit und Urheberrechtsreform. 


Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Iris Blum übernahmen die Schülerinnen Melissa Meng, Ani Antonyan und Lolita Peil die Moderation und führten souverän und gut vorbereitet durch die folgenden 90 Minuten. Im Zuge der Veranstaltung mit dem Titel „Europawahl 2019 – Schicksalsjahr für Europa?!“ wurde schnell deutlich, dass viele der über 100 anwesenden jungen Erwachsenen insbesondere die Verabschiedung des Artikels 13 bzw. 17 der Richtlinie über die Lizenzierungspflicht und Uploadfilter scharf verurteilen, weil sie eine Kontrolle und Zensur des Internets befürchten. Frau Dilcher begegnete diesen Bedenken der Schüler sehr verständnisvoll und erklärte, dass sie es selbst für besser gehalten hätte, als Reaktion auf die anhaltenden Proteste gegen das Gesetzesvorhaben noch einmal inhaltlich über den Artikel zu verhandeln. 


Ähnlich emotional wurde das Thema des Umgangs mit populistischen Parteien diskutiert, die bei der bevorstehenden Europawahl ihre Stimmenanteile im Parlament wohl deutlich ausbauen werden. Frau Dilcher berichtete in diesem Zusammenhang von den Erfahrungen mit der AfD im Deutschen Bundestag, die die Politiker der etablierten Parteien vor neue Herausforderungen stelle und Fragen des Umgangs aufwürfen. Ein Schüler aus dem Plenum fragte kritisch nach, wie genau denn nun die Strategie der SPD aussehe, den Populisten im parlamentarischen Betrieb zu begegnen, woraufhin die gelernte Juristin zugestehen musste, dass es keine einheitliche Linie gebe. Gerade diese entwaffnende Ehrlichkeit, nicht für alle komplexen politischen Probleme eine einfache Lösung zu haben, spricht für die Authentizität der Politikerin, die seit 2017 im Bundestag sitzt. 


Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass auch nach dem offiziellen Ende in kleinerer Runde weiter diskutierte wurde und diejenigen Schüler, die sich zuvor besonders stark in die Aussprache eingeschaltet hatten, von Frau Dilcher eingeladen wurden, sich mit ihren Anliegen jederzeit an sie zu wenden und ein Praktikum bei ihr zu absolvieren, was auf großes Interesse bei den Jugendlichen stieß. 
Für die Teilnahme an der Protestbewegung „Fridays for Future“, die auch die Schulgemeinde des Stresemanngymnasiums als UNESCO-Projektschule bewegt, äußerte Esther Dilcher Verständnis, lobte das gesellschaftspolitische Engagement der Jugendlichen und plädierte für mehr Flexibilität der Lehrkräfte im Umgang mit der Verletzung der Schulpflicht.

 

Insgesamt zeigte sich, dass anderthalb Stunden nicht ausreichen, um die Herausforderungen, vor denen die Europäische Union steht, auszudiskutieren. Gleichwohl bestätigte die hohe Beteiligung der Schüler, wie wichtig es ist, politische Vertreter an die Schulen zu holen, um einen Austausch zu ermöglichen und junge Menschen zur aktiven Partizipation zu ermutigen.

 

 

Text: Dr. Johannes Salzig

Fotos: Hayaa Khan, Wiona Reisse

 

Das GSG als UNESCO-Projektschule

 

Seit 2013 ist das Gustav-Stresemann-Gymnasium Mitglied im Netzwerk der UNESCO-Projektschulen in Hessen. Von Beginn an nahm die UNESCO-Arbeit am GSG einen zentralen Stellenwert ein – die Bildungsansätze der UNESCO sind im Schulleben fest verankert.

 

Aktivitäten und Projekte am GSG

 

Am Gustav-Stresemann-Gymnasium werden innerhalb und außerhalb des Unterrichts fortlaufend Aktivitäten geplant und durchgeführt, in denen die Leitziele der UNESCO-Projektschulen in besonderem Maße Berücksichtigung finden. Im Fokus der Projekte steht der Einsatz für eine Kultur des Friedens durch Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung, interkulturelles und globales Lernen, Umweltbildung sowie UNESCO-Welterbeerziehung im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

 

Quelle: „https://www.unesco.de/bildung/unesco-projektschulen/unesco-projektschule-sein“ 

 

 

Im Rahmen des Netzwerks der hessischen UNESCO-Projektschulen hat sich das GSG bisher in vielfältiger Weise eingebracht:

  • Im Jahr 2014 war das GSG erstmals Gastgeberschule für eine Fachtagung der hessischen UNESCO-Projektschulen zur Vorbereitung des hessischen UNESCO-Projekt-Camps am Edersee im Mai 2015. Durch die Kooperation des Stresemann-Gymnasiums mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee ergab sich eine führende Rolle unserer Schule bei der Konzeption, Organisation und Durchführung des Camps.
  • Auch bei dem letzten UNESCO-Projekt-Camp 2017 in Rüdesheim übernahm das GSG eine aktive Rolle bei der Planung und Durchführung.
  • Die Kontakte zu anderen Schulen sind für das GSG aufgrund der UNESCO-Tätigkeit von zentraler Bedeutung. So findet auf allen Ebenen ein reger Austausch mit allen hessischen UNESCO-Projektschulen statt, welcher in besonderen Projekten in praktischer Arbeit vertieft wird.

Das GSG ist darüber hinaus in der 2016 initiierten Steuerungsgruppe der hessischen UNESCO-Projektschulen vertreten, die die Fachtagung der deutschen UNESCO-Projektschulen im September 2019 in Kassel vorbereitet.

 

Kontakte mit außerschulischen Partnern

Aus der geografischen Lokalisation des GSG im Landkreis Waldeck-Frankenberg ergeben sich Kooperationen, die unsere schulische Arbeit prägen und nach außen öffnen. Dazu zählt z. B. die für den UNESCO-Bereich zentrale Zusammenarbeit mit

 

  • dem Nationalpark Kellerwald-Edersee, der im Juni 2011 in die Liste des UNESCO-Welterbes eingeschrieben wurde. Die Kooperation mit dem Leiter der Wildnisschule BuchenHaus im Nationalpark, Herrn Horst Knublauch, läuft bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Exemplarisch seien an dieser Stelle die Teilnahme eines Biologie-Leistungskurses an dem Projekt „Juniormanager für Naturschutz“, die gemeinsame Planung und Durchführung des Projekt-Camps im Nationalpark-Kellerwald-Edersee sowie die Gestaltung der Mauer zum Parkplatz der Nationalparkverwaltung durch die Arbeitsgruppe Malerei mit charakteristischen Nationalpark-Motiven genannt. Zuletzt bot ein Ranger-Team in den Sommerferien erstmals einen Workshop auf dem Kinder-Campus unserer Schule an. Weitere gemeinsame Projekte sind bereits in Planung. So soll beispielsweise die Neugestaltung des Schulhofs des GSG in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark erfolgen.
  • dem UNESCO-Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe. Zu Beginn dieses Schuljahres fand bereits eine Exkursion der UNESCO-AG statt, in deren Rahmen in Absprache mit Frau Sabine Buchholz als Leiterin des Bereichs Vermittlung und Bildung der Museumslandschaft Hessen Kassel ein GPS-Workshop durchgeführt wurde. Am Nachmittag erlebten die Schülerinnen und Schüler dann die Wasserspiele. Mit Frau Buchholz wurde außerdem die Planung und Realisierung eines Pilotprojektes mit einem Medienpädagogen verabredet, das Ende Januar 2019 stattfinden wird.
  • dem Weltladen in Bad Wildungen, welcher neben Infomaterialien auch Schülerworkshops für das GSG konzipiert und durchführt. Im Kontext des diesjährigen Projekttages erwies sich die Zusammenarbeit einmal mehr als erkenntnisfördernd und ertragreich.
  • dem Wildunger NABU und seiner Naturschutzjugend (NAJU), die im Februar 2015 im Rahmen der Kooperationsveranstaltung unter dem Motto „Umwelt schützen – was tust du dafür?“ mit Schülerinnen und Schülern des GSG eine gemeinsame Müll-Sammelaktion am Sonderteich im Helenental durchführten.

 

Schwerpunkte der UPS-Arbeit (Auswahl)

  • Anlässlich des UN-Gedenktags, dem Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember, werden am GSG seit dem Jahr 2014 Projektausstellungen vorbereitet und präsentiert. In diesem Jahr ist neben einem Workshop von Amnesty International die Teilnahme der UNESCO-AG am Demokratietag, der am 10. Dezember 2018 unter dem Motto „Aufstehen für Demokratie – Einstehen für Menschenrechte“ an der Otto-Hahn-Schule in Hanau stattfindet, geplant. 
  • Unsere Schule bemüht sich zurzeit auf Initiative der SV um Zugehörigkeit in dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
  • Dazu passt, dass das GSG seit Jahren aktiv im „Netzwerk Toleranz Waldeck-Frankenberg“ mitarbeitet und an den regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen teilnimmt. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk werden in der Jahrgangsstufe 8 jährlich Workshops zum Thema Respekt, Toleranz und Menschenrechte durchgeführt.
  • Institutionalisiert hat sich an unserer Schule die Teilnahme an dem EU-Projekttag, in dessen Rahmen sich Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase mit unterschiedlichen europapolitischen Themen auseinandersetzen und daran anknüpfend ein Expertengespräch vorbereiten und durchführen.
  • Im Jahr 2017 nahm unserer Schule im Kontext der Bundestagswahl erneut an dem Projekt „Juniorwahl“ teil. Die Resonanz war derart positiv, dass sich die Schülerinnen und Schüler einstimmig für die Teilnahme an dem Projekt im Zusammenhang mit der Hessischen Landtagswahl Ende Oktober dieses Jahres aussprachen.
  • Jedes Jahr fahren die Geschichtskurse der Q3 in die Gedenkstätte Buchenwald im Rahmen einer ganztägigen Exkursion nach Buchenwald.
  • Jährlich findet am GSG in der Q3 der Stasi-Projekttag statt.
  • Schon seit nunmehr 13 Jahren hat das Gustav-Stresemann-Gymnasium die Koordination des regionalen Verbundes des Projektes „Jugend debattiert“. Es leistet an unserer Schule einen wichtigen Beitrag im Bereich der Demokratieerziehung.
  • In Bezug auf den Bereich der „Friedenserziehung“ soll im laufenden Schuljahr erstmals das Schulprojekt „UN im Klassenzimmer“ stattfinden.
  • Neben dem Erlernen der Sprachen sowie verschiedener Austauschfahrten findet am GSG als Schule für Schülerinnen und Schüler verschiedenster Nationalitäten auf allen Ebenen interkulturelles Lernen statt. Wir betrachten es als Selbstverständlichkeit, besuchen doch z. B. auch die an unsere Schule kommenden Flüchtlinge neben einer Intensivklasse den Regelunterricht, wodurch sich verschiedenste Anknüpfungspunkte innerhalb und außerhalb des Unterrichts ergeben, die das interkulturelle Lernen in unserem Schulleben und darüber hinaus vertiefen. 
  • Das GSG als Schule mit einer inklusiven Schulkultur ist bestrebt, auch alle Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen und Beeinträchtigungen bestmöglich zu fördern, sie bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen und ihnen dadurch die aktive und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Diese Bemühungen werden unterstützt durch unseren Schulsozialarbeiter und die enge Zusammenarbeit mit der Schulpsychologin Frau Claudia Fritz.
  • Erstmals nahmen die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen im vergangenen Jahr 2017 an „Weihnachten im Schuhkarton“ teil, ein Projekt, das zu der größten Geschenk-Aktion für Kinder in Not, „Operation Christmas Child“, gehört. Auf diese Weise kamen mehr als 100 Schuhkartons mit verpackten Geschenken zusammen. Mit den Päckchen soll Kindern bedürftiger Familien in Bulgarien, Georgien, in der Mongolei und Slowenien eine Weihnachtsfreude gemacht werden.
  • Seit 2012 haben wir über viele Jahre zusammen mit der Grundschule Breiter Hagen in Bad Wildungen und der Kunzwana Women’s Association in Harare, Simbabwe, an einem gemeinsamen Projekt zur Unterstützung der Chibvuti Primary School in Simbabwe gearbeitet. Seit 2016 unterstützt das GSG nun das Waisenhaus „Dreams Children’s Home“ in Kenia, z. B. mit Spenden, die auf dem Weihnachtsmarkt der Schule gesammelt werden.
  • Die Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde am Gustav-Stresemann-Gymnasium in den letzten Jahren im Unterricht, im Zuge verschiedener Veranstaltungen, Projekte und Workshops intensiv vorangetrieben. Zuletzt zeigte sich dieses vielfältige Engagement besonders im Kontext des diesjährigen UNESCO-Projekttages am 26. April, der sich thematisch an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung („Sustainable Development Goals“) der Vereinten Nationen (UN) orientierte.
  • Im Februar 2017 fand am GSG zudem ein Pädagogischer Tag zum Thema Nachhaltigkeit statt, in dem denkmal aktiv-Projekt „Energiewende und Denkmalschutz – das UNESCO-Welterbe im Spannungsverhältnis zwischen Ökologie und Ökonomie“ (2015/2016) wurde Nachhaltigkeit als Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung allen angestellten Überlegungen zugrunde gelegt.

 

Whole School Approach


Seit letztem Jahr gibt es an unserer Schule das Projekt „UNESCO-Botschafterinnen und Botschafter am GSG“, das die Leitziele der UNESCO stärker in der Schülerschaft verankern helfen soll, indem in jeder Klasse und in jedem Kurs auf freiwilliger Basis und nach demokratischen Prinzipien eine Schülerin und / oder ein Schüler die Rolle des UNESCO-Botschafters übernimmt.

Das Gustav-Stresemann-Gymnasium verfügt über eine moderne und technische Ausstattung mit z. B. ActiveBoards in allen Klassenräumen. Auch dadurch ist es unserer Schule möglich, den Bildungsansatz „Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter“ mit Leben zu füllen. 

Des Weiteren

  • stehen Teile der Schule unter Denkmalschutz,
  • verfügen wir über eine eigene Solaranlage,
  • sind wir mit behindertengerechten, barrierefreien Zugängen ausgestattet.

 

Schulprogramm

 

Im Schulprogramm ist der „Schwerpunkt UNESCO“ als fortlaufendes Orientierungsziel auch im Ganztagsangebot fest verankert. Hier heißt es, dass sich das GSG zu einer „aktive(n), kontinuierliche(n) Unterstützung und Umsetzung der UNESCO-Ziele in schulischen und außerschulischen Kontexten zur Einhaltung von Menschenrechten, zur kulturellen und Umweltbildung sowie dem gerechten Ausgleich zwischen Arm und Reich“ verpflichtet. Als Qualitätsindikatoren werden die Umsetzung im Unterricht, die Anmeldezahlen für die UNESCO-AG, die regelmäßige Teilnahme an UNESCO-Konferenzen, Fort- und Weiterbildungen in den Bereichen Menschenrechtsbildung, Demokratieerziehung, interkulturelles und globales Lernen, Umweltbildung und Welterbeerziehung (z. B. „denkmal aktiv“) genannt. Evaluiert wird die Umsetzung laut Schulprogramm durch die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen sowie der Schülerinnen und Schüler.

 

UNESCO-AG erkundet Bergpark Wilhelmshöhe

 

20 Schüler nehmen an GPS-Führung und Wasserspiel-Spektakel teil

Direkt zu Beginn des neuen Schuljahres machten sich 20 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 6 bis 9 auf den Weg nach Kassel, um den im Jahr 2013 vom Welterbekomitee der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannten Bergpark Wilhelmshöhe zu entdecken. Damit setzte die UNESCO-AG die Erforschung von hessischen Welterbestätten fort, die sie im letzten Jahr mit dem Besuch der Saalburg und einen Workshop im Nationalpark Kellerwald-Edersee begonnen hatte.

 

Zur Vorbereitung auf den Ausflug nach Kassel hatten sich die Schüler bereits intensiver mit dem Bergpark auseinandergesetzt, indem sie beispielsweise selbst zum Baumeister wurden und ein Papiermodell des Herkules-Bauwerks bastelten. Damit waren sie bestens gerüstet, um nun vor Ort die einzigartige Kulturlandschaft im Rahmen eines GPS-Workshops mithilfe von Geocaches kennenzulernen. Nach einer kurzen Einweisung schwärmten die Teilnehmer in Kleingruppen aus und versuchten, wie bei einer Schnitzeljagd versteckte Hinweise zu finden und Rätsel zu lösen. Nur wenn ihnen das gelang, erhielten sie die Koordinaten für den Weg zur nächsten Station. Zum Schluss hatten die einzelnen Gruppen alle Fragen richtig beantwortet und erhielten als kleine Erinnerung einen Ansteck-Pin mit Motiven aus dem Bergpark.

 

Danach ging es mit dem Bus hinauf zum Herkules, um das zentrale Element des Bergparks,  die Inszenierung der Wasserspiele, zu bewundern. Gemeinsam folgten die Schüler dem Wasserlauf, bewunderten bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad die Fontänen und Wasserfälle und warteten zum Schluss gespannt auf die große Fontäne am Fontänenteich.

 

Damit endete das abwechslungsreiche Programm im Bergpark Wilhelmshöhe, das im Nachgang von den Schülern als „mega toll“ und „sehr schön“ bezeichnet wurde. Nicht zuletzt aufgrund der einhelligen Begeisterung der Teilnehmer soll die Zusammenarbeit des GSG mit der Museumslandschaft Hessen Kassel intensiviert und ausgebaut werden. Mit Frau Sabine Buchholz als Leiterin des Bereichs Vermittlung und Bildung wurde deshalb die Planung und Realisierung eines Pilotprojektes mit einem Medienpädagogen im kommenden Herbst verabredet.

 

Bad Wildungen, den 03.09.2018
Text und Fotos: Dr. Johannes Salzig