Weil Kontroversen lohnen… – Auftakt des Wettbewerbsjahres von „Jugend debattiert“

 

Eine lebendige Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die aufstehen, ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen. Menschen, die zuhören und argumentieren können. Deshalb kommt es darauf an, dass jeder schon in der Schule lernt, wie und wozu man debattiert, und regelmäßig übt, auch selbst zu debattieren.

 

Diesem Paradigma folgend trainieren seit einigen Wochen die Schülerinnen und Schüler der Alten Landesschule/Korbach, Christian-Rauch-Schule/Bad Arolsen, der Gesamtschule Edertal sowie des Gustav-Stresemann-Gymnasiums/Bad Wildungen in fairen Debatten Sachkenntnis, Ausdrucksfähigkeit, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft, um sich dem Wettbewerb „Jugend debattiert“ zu stellen.   

 

Unterstützt werden sie dabei von zahlreichen Projektlehrer*innen und den Schulkoordinator*innen der Region, die sich beim diesjährigen Auftakttreffen am Gustav-Stresemann-Gymnasium am 28.10.2021 in Bad Wildungen der Vorbereitung des herausfordernden Wettbewerbsjahres widmeten.

 

So freute sich die Schulleiterin des Gustav-Stresemann-Gymnasiums, Iris Blum, über die starke Unterstützung des Projektes durch die Schulvertreter*innen sowie die Waldecker Bank als Hauptsponsor des Regionalwettbewerbs. Denn angesichts der zahlreichen Corona-bedingten Einschränkungen leiste „Jugend debattiert“ nicht nur einen Beitrag zur schulischen Normalität, sondern auch zur umfassenden Bildung der heranwachsenden jungen Menschen.

 

Und auch die anwesenden Wettbewerbskoordinator*innen der Schulen waren davon überzeugt, auch und gerade in Pandemiezeiten die Schüler*innen zu einem respektvollen und begründeten Meinungsaustausch inmitten kontroverser Positionen befähigen zu wollen.

 

Im Anschluss an die Vorstellung der Durchführungsvarianten von „Jugend debattiert“ durch den Regionalkoordinator Christoph Heise stand die gemeinsame Planung des Wettbewerbsjahres im Vordergrund des Treffens.

 

Dabei zeigten sich nicht nur die unterschiedlichen Herausforderungen bei der Planung als Präsenz- oder Onlinewettbewerb mit Abstand, in Kleingruppen oder reduzierter Teilnehmer*innenzahl, sondern auch die Bedeutungen der argumentativen Begegnungen in den Debatten. Sie sind es, welche die Jugend-debattiert-Lehrer*innen dazu motivieren, die nordhessischen Schüler*innen im Bann des Projektes zu halten und deren rhetorische Kompetenzen zu fördern. 

 

Dank der großzügigen finanziellen Projektförderung, die Frank Engelhardt im Namen der Waldecker Bank zusagen konnte, kann der Wettbewerb „Jugend debattiert“ auch unter den jeweils geltenden schulischen Rahmenbedingungen auf Klassen-, Schul- und Regionalebene durchgeführt werden. 

 

Denn – und darin waren sich alle Anwesenden einig – trotz zahlreicher planerischer und organisatorischer Anforderungen lohnt sich der Einsatz für gewinnbringende Kontroversen und „Jugend debattiert“.  

 

Hinweis zu dem Foto:

Bereit für den Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“ (von links): Christine Teweleit (ALS Korbach), Schulleiterin Iris Blum (GSG Bad Wildungen), Jannik Schwebel-Schmitt (GSG Bad Wildungen), Tanja Theis (IGS Edertal), Anika Michel (CRS Bad Arolsen), Frank Engelhardt (Waldecker Bank, Leiter Regionalmarkt Bad Wildungen) und Regionalkoordinator Christoph Heise (GSG Bad Wildungen) 

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„Jugend debattiert“ ist eine Initiative des Bundespräsidenten und steht unter seiner Schirmherrschaft. Partner sind die Hertie-Stiftung, die Heinz-Nixdorf-Stiftung sowie die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder. Das Programm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Der Regionalwettbewerb Bad Wildungen/Edertal wird gefördert von der Waldecker Bank.

Jugend debattiert in Corona-Zeiten

 

Unter ganz besonderen Vorzeichen stand dieses Projektjahr von Jugend debattiert. Trotz der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie, konnten die Debatten auch in diesem Schuljahr im Klassenverband und dann im Schulfinale realisiert werden. Wie es momentan so üblich ist, wurde sogar ein Schüler digital in die Debatte dazugeschaltet. „Wir versuchen auch unter den gegebenen Einschränkungen und unter Verwendung der digitalen Strukturen, die an der Schule etabliert sind, das Beste für die Schülerinnen und Schüler herauszuholen“, so der Jugend-debattiert-Projekt-Lehrer Jannik Schwebel-Schmitt.

 

Dass sie sich auf der Basis von Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft konstruktiv mit unterschiedlichen Argumenten und miteinander auseinander-setzen können, zeigten die Schülerinnen und Schüler des Gustav-Stresemann-Gymnasiums auf beeindruckende Weise beim diesjährigen Schulfinale von „Jugend debattiert“.

 

Nachdem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Mittelstufe in ihren Klassen für den Schulwettbewerb qualifiziert hatten, konnten die Besten vom GSG ihre Fähigkeiten in einem Finale im Musischen Pavillon unter Beweis stellen.   

 

Im Finale der Sekundarstufe I wurde die Frage „Sollen Schüler der Oberstufe ein Recht auf Fernunterrichtstage erhalten?“ debattiert. Das Thema, was momentan einen hohen Aktualitätsbezug aufweist, wurde von zwei Seiten beleuchtet. Pepa Behrens vertrat die Position Pro 1 und erzielte den ersten Platz. Sie und ihre Mit-Debattantin Enna Sczech (Platz 2) hoben vor allem das selbstständige und selbstbestimmte Lernen als großen Vorteil des Fernunterrichts hervor. Mia Emilia Kellner und Fjodor Kirilov hingegen vertraten die Contra-Position. Sie entgegneten, dass viele Schülerinnen und Schüler sich nicht eigenständig motivierten und dass es zu Schwierigkeiten bei der Benotung im Distanzunterricht kommen könne.

 

Die beiden Erstplatzierten des Schulfinales haben sich damit zugleich für das Regionalfinale qualifiziert, bei dem sie gegen die Gewinner anderer Schulen der Region antraten.

 

Der Schulkoordinator von Jugend debattiert, Jannik Schwebel-Schmitt, resümierte das schulinterne Projektjahr und dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den mitwirkenden Lehrkräften: „Ich danke allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern herzlich für ihr engagiertes Streiten und auch den Kolleginnen und Kollegen in besonderem Maße für ihren Einsatz im Unterricht und beim Jurieren. Gerade in diesem Jahr war es für beide Seiten eine große Herausforderung, das Projekt überhaupt zu realisieren“, so Schwebel-Schmitt abschließend.

Bilder der Sieger im Regionalfinale Jugend debattiert 2019

Jugend debattiert – Debattieren lernen ist Demokratiebildung

 

Eine Demokratie braucht Bürger, die kritische Fragen stellen, die ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer fair und sachlich auseinandersetzen, die zuhören und über den eigenen Horizont hinausblicken. Diese Schlüsselkompetenzen für mündige Bürger sollten früh erworben und trainiert werden.

 

„Jugend debattiert“ ist ein Projekt, das Jugendlichen Spaß am Debattieren vermittelt. Alltagsnah verknüpft es Sprachförderung, politische Bildung und kompetenzorientiertes Lernen. Klare Regeln ermöglichen allen, zu Wort zu kommen. Die strukturierte Debatte übt den Perspektivwechsel und schult die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen. Dies fördert die Persönlichkeitsentwicklung und vermittelt Schülerinnen und Schülern Fähigkeiten, die sie in der Schule und für ihren Abschluss, beim Übergang ins Berufsleben oder Studium benötigen, zum Beispiel Auftreten, Argumentationsfertigkeit und Teamfähigkeit.