Beitrag vom: 19.02.2020 Kategorie: Willkommen

Sport im Schnee, Kultur und Sonne – Der Ski- und Snowboardlehrgang des Gustav-Stresemann-Gymnasium zu Gast in Südtirol

 

Donnerstag-Abend an der Stresemannstraße: 75 aufgeregte Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen sowie 13 Lehrer und Betreuer/innen stiegen in die bereitstehenden Busse ein, verabschiedeten sich zuvor kurz und fuhren los in Richtung Südtirol.

 

Turbulente Tage lagen zu diesem Zeitpunkt besonders hinter dem Fahrtleiter, Hr. Gläser-Hoede, denn bis kurz vor der Abfahrt war das Ziel der Fahrt das Zillertal. Jedoch kam die Hiobsbotschaft aus Österreich: das neu errichtete Haus könne nicht pünktlich fertiggestellt werden. Nach intensiven Gesprächen mit dem Reiseanbieter stand schnell fest, dass das GSG nach Italien, in den Nationalpark Stilfser Joch fahren würde. Die vermeintliche Alternative stellte sich als wahrer Glücksgriff heraus.

 

Am nächsten Morgen erreichten die Busse den beschaulichen Ort Trafoi und mit dem Sonnenaufgang erhielten alle Teilnehmer einen ersten Eindruck des atemberaubenden Panoramas der Alpen rund um den 3905m. hohen Ortler. Die Sonne schien, bis auf einen „Schneetag“ die ganze Woche strahlend vom Himmel.

 

Die Fortgeschrittenen und „Profis“ fuhren zwei Tage im kleineren Skigebiet direkt am Haus, um vier Tage lang das anspruchsvolle Skigebiet Suldens (ca. 25 min mit dem Skibus entfernt) zu nutzen. Die Anfängergruppen übten das Gleichgewicht auf den Skiern, die ersten Kurven und das gekonnte Fallen zuerst an einem Anfängerhang im Ort und ab dem zweiten Tag im Skigebiet Trafoi. Die letzten beiden Skitage konnten auch die Anfänger die gewaltigen Dimensionen des Gletscherskigebietes Sulden kennenlernen. Die Lernerfolge, besonders der Anfängergruppen, verblüfften die Skilehrer: nach vier Skitagen sausten die meisten Schüler, die noch nie zuvor auf den Brettern standen, die teilweise sehr anspruchsvollen Pisten der Skigebiete scheinbar mühelos und in rasantem Tempo hinunter. Die Skilehrer, die anfangs häufig motivieren und anfeuern mussten, waren nun häufig gezwungen, die Schüler mit Kommandos wie „langsam“ oder „vorsichtig“, zu bremsen

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Alle Gruppen trafen sich ab ca. 17h im sehr gemütlichen Apartmenthaus wieder. Nach dem Abendessen standen bei vielen Ski- und Snowboardgruppen die Reflexion des Tages oder Technikanalysen mithilfe von gedrehten Videos oder Fotos an.

 

Viele Schülerinnen und Schüler trafen sich in den verschiedenen Apartments zu abendlichen Zimmer-Partys oder hatten sogar die Möglichkeit, die Sauna und den Whirl-Pool zu nutzen.

 

Am Mittwochabend fand ein „historischer Abend“ statt. Sport- und Geschichtslehrer Hr. Gläser-Hoede erarbeitete mit den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern die Ereignisse rund um den Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich im Jahr 1938. Besonders die Zeitzeugenaussagen aus der Region Tirol standen im Zentrum der Arbeit. Im Folgenden wurden Möglichkeiten und Grenzen des Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime am Beispiel der „Operation Green Up“ thematisiert:  Fred Mayer, Hans Wijnberg und Franz Weber, US-Agenten und ein desertierter Tiroler Wehrmachtsoffizier, wurden im Februar 1945 über einem Tiroler Gletscher abgesetzt und sorgten unter ständiger Lebensgefahr durch ihre Aktionen für eine Störung des Eisenbahnverkehrs über den Brenner und bewahrten letztendlich die Zivilisten Innsbrucks vor der Bombardierung durch die Alliierten.

 

Nach einer ereignisreichen Woche kehrten die Schülerinnen und Schüler am Freitagabend nach Bad Wildungen zurück. Außergewöhnlich war die Tatsache, dass es, abgesehen von einigen blauen Flecken, wie schon im vergangenen Jahr überhaupt keine ernsthafte Verletzung zu beklagen gab. „Die Wildunger Schüler, Skilehrer und Schutzengel haben einen tollen Job gemacht“, bemerkte der Fahrtleiter, Hr. Gläser-Hoede abschließend.

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