„Menschenrechte statt rechte Menschen“ – UNESCO-AG setzt Zeichen gegen Rechts


Wenige Tage nach dem rassistischen Anschlag in Hanau, dem neun Menschen mit ausländischen Wurzeln zum Opfer gefallen sind, war es den 25 Schülerinnen und Schülern, die an der UNESCO-AG des Gustav-Stresemann-Gymnasiums teilnehmen, ein wichtiges Anliegen, ihre Solidarität mit den Betroffenen zum Ausdruck zu bringen und sich gleichzeitig gegen jede Form von Rassismus, Gewalt und Diskriminierung auszusprechen.

Unter der Überschrift „Menschenrechte statt rechte Menschen“ erarbeiteten sie selbstständig Plakate, auf denen sie Begriffe und Gedanken notierten, die ihnen in Bezug auf das Attentat einfielen, wie z. B. „Rassismus ist eine spezifische Form von Seelenblindheit“, „Frieden“, „Menschlichkeit“ oder „Wir sind für Respekt“.

Als anerkannte UNESCO-Projektschule und als Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage versteht sich das Gustav-Stresemann-Gymnasium als Lernort, in dem Demokratiebildung eine zentrale Rolle spielt, um zu einer Kultur des Friedens innerhalb und außerhalb des Schullebens beizutragen. Deshalb wird der Opfer des Anschlags auch im Rahmen einer Schweigeminute der gesamten Schulgemeinde gedacht.

Frankfurter Erklärung der UNESCO-Projektschulen in Deutschland

Bei der turnusmäßigen Sitzung des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen am 27./28. Februar 2020 in Frankfurt am Main wurde folgende Erklärung einstimmig verabschiedet:

Die UNESCO-Projektschulen in Deutschland verurteilen angesichts der rechtsextremen Gewalttaten gegen Bürgerinnen und Bürger jegliche Verstöße gegen die Menschenrechte und gegen die grundlegenden Werte unserer Demokratie, denen wir als UNESCO-Projektschulen in besonderem Maße verpflichtet sind.

In der derzeitigen Situation appellieren wir an alle, sich aktiv für die Aufrechterhaltung der Grundrechte für alle einzubringen und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einzustehen.

Die Demokratie-, Friedens- und Menschenrechtsbildung ist die Grundlage des schulischen Lebens und Arbeitens. Die UNESCO-Projektschulen stehen mit ihrem ganzheitlichen Ansatz für Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit. Zum pädagogischen Profil gehören die historisch-politische und rassismuskritische Bildungsarbeit essenziell dazu.

12. Hessischer Demokratietag und UNESCO-Demokratiecamp

Eine knappe Woche werden sich Schülerinnen und Schüler des Gustav-Stresemann-Gymnasiums mit dem Thema „Demokratie“ auseinandersetzen.

 

Den Auftakt bildet der 12. Hessische Demokratietag am 17. September im Engelsburg-Gymnasium in Kassel, der bereits seit vielen Wochen ausgebucht ist. Über 300 Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen werden sich in unterschiedlichen Workshops mit der Frage auseinandersetzen, was Demokratie für sie bedeutet.

 

Den Teilnehmer*innen wird am Demokratietag viel geboten. So steht ein Escape Room ebenso auf dem Programm wie ein Workshop des Netzwerks Toleranz Waldeck-Frankenberg, mit dem das GSG seit Jahren erfolgreich kooperiert, ein DS-Kurs mit dem GSG-Lehrer Matthias Pflüger, ein Auftritt des syrischen Pianisten Aeham Ahmad sowie ein Besuch des hessischen Kultusministers Prof. Lorz uvm.

 

 Flyer_12_Demokratietag

 

Der Demokratietag dient auch als Auftaktveranstaltung für die UNESCO-Fachtagung 2019, die im Anschluss an den in Kassel stattfindet.

 

So werden auch die Schüler*innen des Gustav-Stresemann-Gymnasiums an der Eröffnungsveranstaltung der Fachtagung der UNESCO-Projektschulen im Kasseler Rathaus teilnehmen. Der Schulsprecher des GSG, Til Reuter, wird mit anderen Schüler*innen der hessischen UNESCO-Projektschulen nach dem Empfang ein Podiumsgespräch mit Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, führen. 

 

Anschließend ziehen die Schüler*innen des GSG weiter in ein Demokratiecamp, das parallel zu der Fachtagung in Bad Hersfeld stattfindet. Vom 17. bis 20. September veranstaltet das Landesnetzwerk der UNESCO-Projektschulen in Hessen in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Hofgeismar ein mehrägiges Demokratiecamp für 50 Schülerinnen und Schüler der 20 hessischen UNESCO-Projektschulen unter dem Titel „Unterwegs im Auftrag der Demokratie! 70 Jahre Grundgesetz – Eine Demokratiewerkstatt“. 

 

Neben der Auseinandersetzung mit einzelnen Grundgesetzartikeln und der Frage, was das Grundgesetz mit uns persönlich zu tun hat, wird es bei dem Demokratiecamp auch um aktuelle Fragen nach der Demokratie im digitalen Raum, Meinungsfreiheit und Privatsphäre und aktuelle Bedrohungen wie z.B. Hate Speech gehen. Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler aus einzelnen Workshops unserer Veranstaltung sollen am 19. September abends beim kulturellen Abend der Bundestagung der UNESCO-Projektschulen in der JugendKultur-Kirche Kassel präsentiert werden. 

 

Die Veranstaltung wird von dem Hessischen Kultusministerium, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der UNESCO-Projektschulen gefördert.